Samstag, 8. März 2014

Belletristik-Rezension: Tina Uebels "Die Wahrheit über Frankie" ist eine kleine Sensation

Es ist Weltfrauentag. Kein Grund, ein Drama daraus zu machen, wenn man mich fragt, aber warum nicht einmal den Roman einer richtigen Powerfrau aus "Hamburch City" vorstellen? Tina Uebel ist so eine. Sie ist nicht nur eine Autorin, die nicht davor zurückschreckt, der Wahrheit auf den schmerzlichen Grund zu gehen, sondern sie ist auch Clubgründerin des "Uebel und Gefährlich". Das ist bei Weitem nicht nur ein Musikclub, sondern hier hat sie mit ihren Kollegen Raum für Konzerte, Lesungen und Vieles mehr geschaffen und prägt so die Kulturszene der Stadt kräftig mit. Auf ihren Roman "Die Wahrheit über Frankie" bin ich eher zufällig gestoßen, aber dafür hat die Lektüre mich dann nicht so schnell wieder losgelassen.

Dienstag, 4. März 2014

Montagsfrage: Wohin mit gelesenen Büchern

Die Montagsfrage von Nina von Libromanie kommt in dieser Woche ganz harmlos daher, hat es aber ordentlich in sich. Nina möchte wissen, wo Buchliebhaber gelesene Bücher hinbringen. Man merkt kaum, dass sich hier eine richtige Bekenntnisfrage versteckt. Denn natürlich erwartet man von den so häufig als sehr kultiviert angesehen "Bibliophilen", dass sie antworten, sie würden alle gelesenen Bücher hüten wie einen Augapfel. Nun, bei mir ist das wohl nicht so. Welche Optionen der Gnade und Vernichtung gelesene Bücher bei mir zu Hause haben... nun, ihr sollt es erfahren.

Freitag, 21. Februar 2014

Beinahe eine Krimi-Rezension zu Koma von Jo Nesbö

Was schreibt man über ein Buch, das schon x-fach rezensiert wurde? Ein Buch von einem etablierten norwegischen Krimiautor über den wohl literarisch etabliertesten norwegischen Kommissar Harry Hole? Wahrscheinlich würde es reichen, euch zu sagen, dass dieser Krimi die Erwartungen erfüllt, die er hervorgerufen hat. Ja, es lohnt sich Koma zu lesen - definitiv. Doch gerade im Vergleich zum Vorgänger die Larve fällt der neue Jo Nesbö dann doch etwas ab und so möchte ich heute statt eine klassische Rezension (sehr schön hier zu lesen oder tolles Podcast hier) zu schreiben - für alle, die spoilerempfindlich sind, ab hier gehts los und hört nicht mehr auf - lieber der Frage nachgehen, ob Harry Hole nicht doch besser hätte sterben sollen.

Dienstag, 18. Februar 2014

Die besten 10 Nobelpreisträger aller Zeiten

Als Reaktion auf die Montagsfrage von Nina (Libromanie), habe ich letzten Dienstag 10 zweite Romane von Autoren vorgestellt, die nicht enttäuschen. Als ich da so vor meinem Bücherregal stand und nach jungen Autoren gesucht habe, viel mir eine zweite Kategorie von Autoren ins Auge, die oft enttäuschen können - Nobelpreisträger. Nicht selten habe ich vor dem Radio gesessen, um endlich zu erfahren, wer der neueste Stern in der literarischen Hall of Fame ist, nur um dann festzustellen, dass mal wieder eine enttäuschende Entscheidung getroffen wurde. Wahrschinlich gibt es keine zweite Gruppe von Autoren, die so häufig mit dem Attribut "unlesbar" bezeichnet wurden. Aber es gibt auch immer einmal wieder witzige, anspruchsvolle, poetische oder spannende Prreisträger, deren Werke absolut lesbar sind und sogar Spaß machen. Hier sind meine Top 10:

Freitag, 14. Februar 2014

Belletristik-Rezension: Taiye Selasis "Diese Dinge geschehen nicht einfach so" ist zwar nicht schlecht, aber richtig gut ist dieser Roman auch nicht

Taiye Selasis Roman "Diese Dinge geschehen nicht einfach so" wurde im letzten Jahr so hoch gelobt, dass einem vor dem Lesen vielleicht schon klar sein sollte, das die Messlatte zu hoch gelegt sein könnte. Man sprach von einem Generationenroman. Eine prototypische afroamerikanische Familiengeschichte sollte eingefangen worden sein. Ein kosmopolitisches Meisterwerk. Tatsächlich ist es ein solider Erstling, der den Finger oft ziemlich genau in einen gesellschaftlichen Problemherd legt. Doch wenn man diesen Roman zufällig parallel zu der unaufgeregten finnischen Familiengeschichte Wahr von Riikka Pulkkinen liest, den ich hier vor kurzem besprochen habe, treten plötzlich die Schwächen von Selasis Werk ganz deutlich hervor. Die Figuren werden viel zu sehr mit Problemen aufgeladen, die sie dann auf viel zu oberflächliche Weise zu bewältigen versuchen. Dabei verkommen die Charaktere zu jammernden kleinen Jungs und Mädchen, die so gerne zu amerikanischen Prinzen und Prinzessin werden wollten.

Dienstag, 11. Februar 2014

Montagsfrage - Dienstagsreaktion: 10 zweite Romane, die nicht enttäuschen

Gestern war wieder Montagsfragentag und obwohl ich Ninas Frage, ob mich schon einmal ein Lieblingsautor so richtig enttäuscht hat, nicht uninteressant fand, konnte ich keine Beispiele finden, über die ich hätte schreiben können. Als ich heute so durch die Antworten stöberte, fand ich bei der Bücherphilosophin auch die Erklärung: Lieblingsautoren werden eben erst zu Lieblingsautoren, wenn sie sich bewährt haben. Feuerprobe ist dabei meistens der zweite Roman. Wie oft haben mich zweite Romane so sehr enttäuscht, dass ich einen Autor aus meinem Bücherregal verbannt habe? Ja, meine Angst vor dem Zweitling geht sogar so weit, dass ich dieses oft überspringe und gleich mit Nr. Drei weitermache. Damit ich euch diesen Frust wenigstens 10 Mal ersparen kann, kommt hier also - in Anlehnung an die gestrige Montagsfrage - meine Aktion gegen die Enttäuschung: 10 zweite Romane, die es zu lesen lohnt, obwohl das Debüt bereits herausragend war.

Freitag, 7. Februar 2014

Belletristik-Rezension: Meinrad Brauns "Gabun" ist ein aberwitziger Roman über einen verweichlichten Opportunisten

Gabun von Meinrad Braun ist definitiv eines der ungewöhnlichsten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Es verbindet einen aberwitzigen Plot mit einem nicht unsympathischen Protagonisten und einer exotischen Szenerie. Wovon es eigentlich handelt, kann man gar nicht so richtig sagen, aber es ist definitv eine abwechslungsreiche und amüsante Lektüre.